Ein Statment zum Karate

Karate ist eine zu Recht in Deutschland hoch angesehene Kampfkunst über alle Vereinigungen, Verbände und Bünde hinaus. Es gibt nicht nur viel Engagement, sondern hochqualifizierte Trainer*innen und Trainierende in dieser höchst effektiven und faszinierenden Kampfkunst Karate-Do.

Der Karatesport in Deutschland, der nur von einer Minderheit der Karateka ausgeübt wird ist nicht mal, als Randsportart zu bezeichnen. Dies leider auch zurecht.

Ich war über 30 Jahre im einzigen vom Innenministerium geförderten Deutschen Karateverband. In dieser Zeit hat dieser Verband es nicht geschafft, Karate in Deutschland zu einer eine in der Öffentlichkeit ernsthaft wahrgenommenen Kampfsportarten zu etablieren. Wenn Karatesportfremde dem Wettkampfgeschehen zuschauen, kommt unweigerlich die Frage: „Was passiert da? Ich verstehe das ja noch nicht da ich mich damit gar nicht auskenne“. Als ich auf einem mittelgroßen Wettkampf mal wieder erstaunt war, wie wenig die doch klar bestehenden Kriterien für Kata und Kumite von Kampfrichtern beachtet wurden und selbst ich als Trainer Entscheidungen nicht mehr nachvollziehen konnte, sagte mir ein heutiger Landeskadertrainer:“ Karate ist enben subjektiv“. Und damit hat er den Nagel, wahrscheinlich ohne es zu wissen, auf den Kopf getroffen.

Eine Kampfkunst darf so subjektiv sein, wie dies will. Eine Sportart, die sich dem Vergleich unterstellt und klaren Entscheidungskriterien hat, darf auf keinen Fall subjektiv sein.

Seit Anfang des Jahres sind wir in einer anderen Karate – Vereinigung und ich hätte viel früher wechseln sollen. Ich habe zum ersten Mal erfahren, das Respekt, Leistung im Karatesport umfassend existieren.

Karate ist eine olympische Einladungsdisziplin. Die Japaner konnten Sportarten aussuchen, die sie gern bei der Olympiade in ihrem Land dabeihaben wollten. Karate war einer dieser Sportarten. Das macht den Karatesport nicht olympisch. Nur weil man jemanden einläd, wohnt derjenige nicht dort. Solange Karate in so vielen verschiedenen Vereinigungen stattfindet und es keine eindeutigen Mehrheitsvertretung gibt, sehe keine Möglichkeit für den Karatesport.

Es gibt laut Erhebungen etwa zwischen 117 und 120 Millionen Karateka auf der Welt. Auch die WKF bleibt eine Minderheitsvereinigung. Nur wenn, die Eigeninteressen und somit die Differenzen aufhören, kann eine solche akzeptierte Mehrheitsvereinigung entstehen. Das ist Landesweit nicht mal möglich, wie soll das Weltweit funktionieren?

Euer Andreas Fichtel.